2020
2020 – Verbindung
Zuhause.
Der Bürostuhl wirkt müde, die Einkaufstasche fad, der immer gleiche Ausblick aus dem immer gleichen Fenster wird nur durch das Wetter interessant. Ein Jahr in 40 Quadratmetern bricht auch die, die sich sonst nicht über diese Einsamkeit beklagen. Der Einkauf, die einzige Flucht, wird gebrochen durch Menschen. Sonst ganz allein wirken die paar Körper nun wie eine Masse. Stress und Panik. Atemnot bei der Ankunft. Ruhe.
Die Flucht war nicht unmöglich, sie lag in der Natur. Dort, wo die Rehe scheu davon fliehen und der Bussard sich auf die nächste Feldmaus stürzt. Versteckt vor einer Stammkuhle rettet sich der Feldhase vor dem Regen. Bis die Sonne wiederkommt und der Himmel blau ist. Und die Storche hoch oben über ihre Freiheit jubeln.
Zuhause.
Es braucht nicht viel um eine (Menschen)welt aus dem Gleichgewicht zu
bringen. Dieses Jahr waren wir wie gebunden an Verbindungen, um
überhaupt zu kommunizieren. Eine Methode, die irgendwann müde
macht.
Eine Lebensweise, die ich zu gut kenne. Und nun ist sie
angebracht. „Bleib zuhause. Vermeide Kontakt“. Ich kenne es, ich
sollte es. Aber doch war irgendwann Schluss. Denn das Gehirn muss
denken, und denken, und denken... Und dann kommen sie wieder. Die
Erinnerungen.
Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich zwar weit
gekommen bin, aber noch nicht weit genug. Und das ist okay. Es tut
nur weh, wenn wir es erleben. Es gibt Momente, die scheinen
unerträglich zu sein. Doch später schauen wir darauf und lächeln
darüber. Warum? Weil es vorbei ist.
Und trotzdem ist es das Einzige, was uns bleibt.
Irgendwann ist es soweit und ich kann gehen. Bis dahin werde ich lernen, werde Fehler machen, werde erleben, werde leben. Werde durchhalten.
Für mich, nur für mich.
Denn der Einzige, der mir bei all dem im Weg steht, bin ich selbst.
“그래 알아 이제는 조금 내려.
놓을 때도 됐어 그게 잘 안 돼서 빌어.
그래 내겐 이 슬픔이 너무 길어.
미련이나 시련 같은 게 아냐 보고싶어서.“
2021 - Selbstwert


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