Die Blume

Stell dir vor, Freundschaft wäre eine Blume.
Man gießt sie, pflegt sie, denkt an sie. Und sie blüht immer mehr und ist so schön. Wenn du einmal vergessen hast, sie zu pflegen, ist das sichtbar. Sie ist ein wenig heruntergekommen, doch man kann sie meistens noch retten. Und doch ist irgendwann für die Blume die Zeit gekommen. Die eine verwelkt früher, die andere später. Manchmal ist die Blume total gesund, und du lässt sie aus Versehen auf den Boden fallen. Doch dieses Sterben der Blume macht mich traurig. Von Tag zu Tag verwelkt sie mehr, bis sie irgendwann nicht mehr zu retten ist. Normale Menschen würden die Blume jetzt wegschmeißen, vergessen, für immer. Doch ich gieße und pflege sie weiterhin. Ich denke an sie, obwohl es bereits vorbei ist. Ja, ich kümmer mich um etwas, das schon lange nicht mehr existiert. Es entzieht mir Kraft, umsonst mache ich mir Mühe. Doch ich kann und will nicht loslassen. Es ist unmöglich für mich, obwohl es doch auch ein bisschen normal ist, das Blumen verwelken. Doch gilt das auch für Blumen, die man fallen gelassen hat? Die doch eigentlich so perfekt war und von jetzt auf nichts stirbt? Es hätte weitergehen können, wäre ich da nicht gewesen. Und dauernd diese offenen Fragen, die mir keiner mehr beantworten kann. Ich sollte aufhören zu kämpfen, zu hoffen. Ich habe davon nichts. Doch jeden Tag gieße ich die kaputte Blume in der Hoffnung, das sie bald wieder so schön blüht wie früher.

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